G-20 Gipfel in Hamburg

Das vergangene G-20 Wochenende hat mich fassungslos gemacht, in einer Zeit, in der man glaubt, schon jeden menschlichen Abgrund erlebt zu haben, haben es tatsächlich ein paar Vollidioten geschafft, meine wunderschöne Heimatstadt Hamburg durch ihren Hass, ihre Zerstörungswut und ihre scheinbar grenzenlose Dummheit zu erschüttern. An dieser Stelle Danke an die unermüdliche und zu Unrecht viel kritisierte Polizei, die einen wirklichen schweren gemacht hat Job mit zu wenig Anerkennung, sei es in Form von Gehalt oder von der Öffentlichkeit.

Wir leben in einer verlogenen Gesellschaft. Ja, wir sind verlogen und ich bin es auch. Wer frei von Sünde ist, der möge den ersten Stein werfen.

Wir sind gut darin auf der Couch zu sitzen, unseren dreifach in Plastik eingewickelten, mit Palmöl produzierten Billig-Schokoriegel zu essen und uns darüber zu mokieren wie Donald Trump allen Ernstes den Klimawandel als Fiktion abtun kann. In den Nachrichten wird gerne über Chinas unersättlichen Durst nach Braunkohle, eine Energiequelle die eine Dreckschleuder par excellence ist, berichtet während in Deutschland alleine der Braunkohleabbau Standort Lausitz noch eine weitere Milliarde Tonnen Braunkohle abbauen wird und den angepeilten Co2 Haushalts Deutschland so pulverisiert.  Wir fahren mit unseren in der Stadt natürlich absolut nötigen SUV’s zum Fitnessstudio, wir fliegen so selbstverständlich Kurzstrecken als würden wir Busfahren, wir benutzen Kosmetik aus den USA, die sehr oft an Hunden, meistens sanftmütigen Beagel’s getestet wird und massen uns dann noch an über Hundefleischfestivals oder Fracking zu urteilen.  Ähnlich verhält es sich mit den Linksautonomen Schwachköpfen, die für eine “bessere” Weltordnung “kämpfen” und so jedes Mittel legitimieren.

Ich bin als studierte Betriebswirtin und Business Master Studentin überzeugte Kapitalistin. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass kapitalistische Staaten sich friedfertiger verhalten und den Frieden, den die westliche Welt genießt ist ein grosses Pirivileg für uns alle. Doch wie Kant schon so spitzfindig erkannte: Wahren Frieden gibt es nur auf dem Friedhof. Als G20 Gipfel- und Kapitalismus-Gegner kann man natürlich nun argumentieren, das dort 19 Regierungschef die restliche Welt unter sich aufteilen und das auf Kosten jener Länder, die nicht zu diesem exklusiven Club Zutritt haben. Das wir einen grossen Teil der Schuld an Hungersnöten, mangelnder Trinkwasserversorgung, katastrophaler Korruption und Drogenkriegen haben. Traurigerweise ist das mit Sicherheit über weite Strecken zutreffend, aber die Frage ist nicht nur die der Schuld, sondern ob wir bereit wären ein System das uns über Generationen so viele Vorteile brachte wirklich abzulegen?

Ich glaube es verhält sich vielmehr so das der Kapitalismus und das System des freien Handels Werkzeuge sind, die wir mit unser fehlerhaften menschlichen Natur zu Waffen gemacht haben. Anstatt verschiedene Vorzüge zu Synergien zu vereinen und territoriale und religiöse Streitigkeiten beizulegen, haben Habgier, Neid und Gewissenlosigkeit unsere Wirtschaft und insbesondere unsere Finanzmärkte pervertiert.

Ich habe keine Lösung zu bieten und viele wesentlich intelligentere und gebildetere Menschen scheinen sie auch nicht zu kennen. Vielleicht sollten wir zuerst unseren eigenen Lebensstil überdenken bevor wir jeden und alles kritisieren. So könnte man sich fragen, ob man nicht doch lieber einen regionalen Honig für 8 Euro kaufen möchte anstatt einen aus Südamerika importierten für 3 Euro. Ob es wirklich sein muss Konzerne wie Primark oder H&M zu unterstützen, die nachweislich mit Resourcen, egal ob Mensch oder Material, wobei das scheinbar eh keinen Unterschied macht, katastrophal umgehen nur um einem Instagram Trend mitzumachen, der eine kürzere Haltbarkeit hat als eine Packung Milch in der Sonne. Ob man wirklich Plastiktüten oder in Plastik abgepackte Lebensmittel nicht vermeiden möchte. Ob man wirklich Fleisch essen möchte. (Siehe auch hier) Ob man als Paar wirklich zwei Autos benötigt. Aber wie schon gesagt, wer frei von Sünde ist der werfe den ersten Stein. Ich werde es nicht sein.

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