Model werden – Die ersten Schritte

Du möchtest Model werden? Bist du dir wirklich ganz sicher? Stripperin ist wesentlich stressfreier … hab ich gehört. Du bist dir deiner Sache sicher? Ok, dann hier ein knackiger 6 Punkte Plan wie du am Besten vorgehen solltest. Lies dir vielleicht zuerst diesen Beitrag durch.

Schritt 1

Beginn mit einer ehrlichen Einschätzung deiner selbst. Erstmal die harten Fakten: Bist du zwischen 16 und 23 Jahren alt? Bist du über 174cm?  Aber unter 181cm? Hast du eine reine Haut, keine grossen Narben oder Tatoos, weisse gerade Zähne, schöne Haare und einen schlanken bis sehr schlanken, sportlichen Körper? Fällt es dir leicht dein Körpergewicht zu halten? Natürlich gibt es Ausnahmen dieser Regeln, Models mit Zahnlücken beispielsweise. Oder Models wie ich, die weit unter 174cm sind. Aber mach dir bewusst, dass jeder Abweichung dieser Parameter es dir ungleich schwieriger machen wird. Bist du beispielsweise kleiner, muss dein Körper umso perfekter sein. Kleinere Menschen sehen schneller “massiger” aus, als eine Frau, die mit 180cm naturgemäss eine andere Beinlänge mitbringt. Du bist älter? Nicht unbedingt ein unüberwindbares Hindernis, aber keine Agentur wird ein Mädchen mit 24 Jahren anfangen aufzubauen. In diesem Fall musst du selbst aktiv werden und versuchen etablierte Fotografen zu einem Testshooting zu bewegen. Oder der einfachere shortcut, sie für ein Testshooting zu bezahlen.

Schritt 2

Wir gehen mit der schonungslosen Ehrlichkeit in die nächste Runde. Neben den körperlichen Faktoren ist die psychische und emotionale Beschaffenheit mindestens genauso wichtig. Nicht nur im Prozess des Model werden, sondern auch in deiner späteren Laufbahn wirst du ständig und immer wieder Ablehnung erfahren. Kunden werden an dir Rummeckern, du wirst sinnlos von Casting zu Casting rennen und immer nur “Nein” hören, Optionen werden in letzter Sekunde gelöst werden, deine Mitmenschen sind manchmal alles andere als nett zu dir. Bist du introvertiert, schüchtern, unsicher oder in irgendeiner Form labil dann ist dieser Job absolut nichts für dich. Es ist ein absoluter Trugschluss, dass der Beruf Model dein Selbstbewusstsein stärkt. Natürlich verleiht es ein absolutes Hochgefühl am Set zu stehen und von 70 Mann erzählt zu bekommen wie toll man die Hautcreme aufträgt. Aber auf jedes Hochgefühl kommen 5 Mal soviele Situationen, die man als negativ beschreiben könnte. Sexuelle Belästigung ist real und definitiv ein Thema. Deswegen ist es so fatal keinen Plan B zu haben und mit der Angst leben zu müssen aus der Agentur geschmissen zu werden, wenn man einen wichtigen Kunden oder Fotograf vor der Kopf stösst.

Schritt 3

Ab jetzt kommen wir in Aktion. Der erste und sehr wichtige Schritt ist es, von dir Polaroids zu erstellen. Ich weiss, es tut wirklich schon fast körperlich weh, aber Polaroids müssen ohne Make-up erstellt werden. Wirklich OHNE. Die Booker in den Agenturen erkennen, wenn du versuchst zu tricksen. Du brauchst nichts weiter als eine weisse Wand und eine Freundin mit einem I Phone und gutes Licht, am Besten frontales Tageslicht. Close-ups, Halb-Totalen und Total-Ansichten stehen auf dem Programm. Einmal mit Jeans und einem schlichten weissen oder schwarzen Top und High Heels, einmal im Bikini oder Unterwäsche, auch hier würde ich zu dezenten Farben raten. Denk auch daran deine Hände und Füsse zu fotografieren (auch die Innenseiten). Polaroids sind die Arbeitsgrundlage jeder Agentur, viele Kunden treffen ihre Buchungsentscheidung auf dieser Grundlage und es wird jeden Booker begeistern, wenn du dich direkt mit diesem Werkzeug vorstellst.

Schritt 4

Jetzt wollen wir das Ganze an Agenturen schicken. Dazu setzt du dich an Google und suchst Agenturen in deiner Nähe raus. Kleiner Tipp, die meisten Agenturen haben ein “Casting” oder “Become Model” Formular. Und auf genau diesen Formularen werden sie überschwemmt mit Anfragen. Suche unter Kontakt eine E-Mail Adresse mit einem Ansprechpartner heraus. Bei grossen Agenturen steht dann dort so etwas wie “Headbooker Women”. Dann verfasst du eine kurze E-Mail, in der du dich mit Alter, Grösse, Maße, Wohnort, aktueller Beschäftigung und eventuellen Vor-Erfahrungen vorstellst. Hänge die Polaroids an (8-10 Bilder, nicht mehr!!) und schick das Ganze über den Äther.

Schritt 5

Warten und Beten

Schritt 6a

Du hast keine Rückmeldung bekommen? Willkommen im Model-Alltag!! Du kannst jetzt entweder per Mail nachhaken. Oder anrufen und fragen, ob du dich persönlich vorstellen darfst. Oder du gehst kurzerhand einfach direkt ins Office, kann unter Umständen aber nicht gut ankommen.

Schritt 6b

Du hast eine Rückmeldung bekommen? Herzlichen Glückwunsch. Vermutlich hat dich die Agentur zu einem persönlichen Kennenlernen eingeladen. Keine Panik, keine seriöse Agentur wird etwas Unmögliches verlangen. Es werden deine Maße und Grösse genommen und eigene Polaroids erstellen. Aber viel wichtiger für die Agentur ist es, deine Persönlichkeit kennenzulernen. Sei offen und fröhlich, bei Castings wirst du dich auch nicht durchsetzten, indem du keinen Ton von dir gibst. Dass du absolut pünktlich und vorbereitet kommst, ist ja hoffentlich selbstverständlich. Kein farbigen Nagellack, gewaschene offene Haare (aber ein Haargummi in der Handtasche), nimm einen Bikini und hohe Schuhe mit. Keine sichtbaren Labels. Sehr dezentes Make-up! Sieh es auch als Casting für die Agentur. Fühlst du dich gut aufgehoben? Die Menschen, die du kennenlernst sind deine zukünftigen Kollegen. Sage nichts aus krankem Ehrgeiz zu, was du dann nicht durchziehen kannst.

 

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